{"id":3000,"date":"2018-06-14T12:12:23","date_gmt":"2018-06-14T10:12:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clb-berlin.de\/?p=3000"},"modified":"2018-11-01T11:12:59","modified_gmt":"2018-11-01T10:12:59","slug":"stadtklang-auditiver-lebensraum","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.clb-group.de\/en\/stadtklang-auditiver-lebensraum\/","title":{"rendered":"stadtklang &#8211; auditiver lebensraum"},"content":{"rendered":"<p><strong> kuenstlerische forschung in der klangkunst &#8230; ein beitrag von SAM AUINGER zum verstaendnis und zu fragen der gestaltung auditiver qualitaeten in urbanen raeumen. <\/strong><\/p>\n<p>seit mehr als 25 jahren betreibe ich eine kuenstlerische forschung zu fragen der<br \/>\nauditiven qualitaeten in unseren urbanen lebensraeumen. dabei und daraus<br \/>\nenstehen installationen \/arbeiten im oeffentlichen raum, meist zusammen mit bruce<br \/>\nodland (O+A), sowie installationen im semi oeffentlichen raum ( galerien, kirchen,<br \/>\ngaerten,..) sowie spezifische, thematische kompositionen (A100) in zusammenarbeit<br \/>\nmit dem bassisiten und komponisten hannes strobl (TAMTAM).<\/p>\n<p>im laufe der jahre habe ich\/wir eine vielzahl von techniken und methoden entwickelt,<br \/>\n<strong>um orte\/raeume hoerend verstehen zu lernen<\/strong>. diese sind auch in meiner zeit als<br \/>\nleiter der experimentellen klanggestaltung im masterstudiengang sound studies der<br \/>\nudk\/berlin bei und mit meinen studentinnen zur anwendung gekommen und<br \/>\nweiterentwickelt worden. parallel dazu hat sich fuer mich ein immer breiterer<br \/>\naustausch und diskurs mit architekten und stadtplanern ergeben, die, wie auch in<br \/>\nden wissenschaften im allgemeinen, in der kuenstlerischen forschung eine neue<br \/>\nerkenntnis-ressource fuer ihre fragen und problemstellungen erkennen.<\/p>\n<p>2010, mit der berufung zum ersten bonner stadtklangkuenstler zum thema<br \/>\nklangkunst und stadtplanung und einer damit verbundenen sechsmonatigen<br \/>\nkuenstlerischen forschungszeit, sind materialien entstanden, die unter anderem zum<br \/>\nende meiner bonner zeit zur <strong>hoer-orte-karte bonn<\/strong> fuehrten. eine art stadtplan zum<br \/>\npersoenlichen aufsuchen und erleben von ausgewaehlten orten und deren auditiven<br \/>\nqualitaeten.<br \/>\nihre rege verbreitung unter bewohnerinnen der stadt, stadtinteressierten und<br \/>\ntouristen, gestuetzt auf eine grosse zweisprachige druckauflage und einer digitalen<br \/>\nsmartphone-anwendung, erzeugt und unterstuetzt seither in bonn einen stetig<br \/>\nanwachsenden oeffentlichen stadtklang-diskurs.<\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 50%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 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src=\"http:\/\/www.clb-group.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/auinger_hoer_orte_bonn_2.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" loading=\"lazy\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p><strong>warum stadtklang<\/strong> = auditiver lebensraum heute neu ins zentrum unserer<br \/>\naufmerksamkeit rueckt, ist vielleicht einerseits darin begruendet, dass im hoersinn<br \/>\nauch der raumsinn liegt. dass das auditive wahrnehmen einer lebensumgebung<br \/>\nunsere emotionale bindung an diese wesentlich mitbestimmt und wir diese<br \/>\natmosphaerische notwendigkeit vom real auditiven immer mehr in den real subjektiv<br \/>\ngestalteten medialen raum (smartphone) verschieben. und andererseits, dass die<br \/>\nauditive qualitaet eines urbanen raums auch immer eine konsequenz des designs im<br \/>\narchitektonischen wie im staedteplanerischen ist&#8230; zufaellig oder gewollt.<br \/>\njede stadt erzaehlt ihre auditive geschichte, so wie jeder raum spricht und ein<br \/>\nklangereignis faerbt. topografie, architektur, oekonomische und soziale struktur und<br \/>\ndynamik, all das laesst sich hoeren. wenn wir raus auf die strasse gehen, die stadt<br \/>\ndurchwandern und ihr zuh\u00f6ren. dann hoeren wir unsere kultur. sie ist laut, ruhelos,<br \/>\nvon verbrennungsmotoren-, strom und medienklaengen dominiert, und sie ist<br \/>\nverknuepft und vermischt in einem netz von infrastruktursystemen.<br \/>\nes geht um die frage, was unsere urbanen raeume, und die art und weise, wie wir<br \/>\ndarin unsere sozialen und oekonomischen interaktionen organisieren, unseren<br \/>\nsinnen zu bieten haben&#8230;<\/p>\n<p>seit der renaissance haben wir in der europ\u00e4ischen kultur eine (visuelle) perspektive<br \/>\nentwickelt, eine sprache dafuer, wie wir mit bildern und unseren visuellen<br \/>\neindruecken umgehen und sie kommunizieren. wir haben nichts vergleichbares<br \/>\nentwickelt fuer die welt des auditiven. es fehlt uns die sprache, um z.b. die<br \/>\nkomplexe wellenform einer staedtischen klangumgebung zu beschreiben und auch<br \/>\ndafuer, was deren klaenge mit uns machen, wie wir durch sie einen raum, einen ort,<br \/>\neine situation erleben und empfinden&#8230;<\/p>\n<p>klaenge sind schallwellen, sind vibrationen. wir nehmen sie nicht nur mit dem ohr<br \/>\nwahr, es hoert der ganze koerper. denn unser koerper besteht aus vielen<br \/>\nhohlraeumen, die alle in ihren eigenen frequenzen resonieren. wir spueren einen<br \/>\nbass im bauch und einen hochfrequenten klang auf der schaedeldecke. es gelingt<br \/>\nuns vielleicht sehr gut das schneidende quietschen von busbremsen nicht mehr<br \/>\nbewusst hoerend wahrzunehmen. und sehr erfolgreich haben wir die faehigkeit<br \/>\nunseres gehirns perfektioniert, unerwuenschte klaenge wegzufiltern, sie nicht zu<br \/>\nhoeren. aber bei genauerer beobachtung stellen wir eine reaktion unseres koerpers<br \/>\nfest, ein verkrampfen.<\/p>\n<p><strong>architektur definiert die soundbox fuer uns und unsere klangereignisse&#8230;<\/strong><br \/>\njeder gebaute raum faerbt durch form und materialitaet ein klangereignis, im<br \/>\nreflektieren und resonieren, in seiner halligkeit oder daempfung&#8230;<br \/>\njeder klang ist in seiner auditiven erlebbarkeit mit den architektonischen<br \/>\neigenschaften seines ereignisraums verwoben.<br \/>\nstadtplanung definiert de facto auch die r\u00e4ume einer dynamischen klangausbreitung<br \/>\nund -mischung aller in der stadt moeglichen klangereignisse&#8230;<br \/>\nder schwerpunkt einer akustischer stadtplanung liegt im atmosphaerischen, im<br \/>\nmoeglichen mix der vielen stimmen und in den rhythmischen strukturen von<br \/>\ngroesseren urbanen raeumen.<\/p>\n<p>ein thema, das heute immer mehr ins \u00f6ffentliche bewusstsein r\u00fcckt, ist die<br \/>\nbeziehung von <strong>stadt und laerm<\/strong>. es gibt bereits von fast allen staedten europas<br \/>\nlaermkarten. und dass laerm, meist verkehrslaerm, ein problem ist, wird heute<br \/>\nniemand mehr bestreiten. unsere herkoemmliche herangehensweise im sinne einer<br \/>\nproblemloesung gegen den laerm ist meist bauakustisch\/technischer natur, sie<br \/>\nberuft sich auf messbare werte und gesetzliche lautheitsgrenzen. die<br \/>\ndurchfuehrbarkeit dieses vorgehens und seine begruendung beruht auf<br \/>\nproblemeingrenzung und standardisierung der erfassbaren daten.<br \/>\neine spuerbare allgemeine unzufriedenheit mit diesen ueblichen methoden, sowohl<br \/>\nbei problemloesern wie betroffenen, hat viele ursachen. die betroffenen fuehlen sich<br \/>\nals opfer und die problemloeser haben mit herkoemmlichen<br \/>\nlaermverminderungstechniken und -verfahren wie schallschutzwaenden und<br \/>\nschallschutzfenstern nur begrenzt wirksame mittel. ihre staerksten waffen sind<br \/>\ngeschwindigkeitsbegrenzung (tempo 30) und fluesterasphalt auf strassen im ringen<br \/>\num die verminderung von dezibelzahlen. was hier sehr schnell klar wird ist, dass das<br \/>\nfeld der beteiligten wissens- und fachgebiete zur effektiven loesung des<br \/>\nlaermproblems weit ueber die experten f\u00fcr bauakustik, verkehrs- und stadplanung<br \/>\nhinausgeht. es geht um fragen der kommunikation, des designs, der aesthetik,<br \/>\npsychologie, soziologie, politik, oekonomie, etc., sowie um unser allgemeines<br \/>\ngesellschaftliches wahrnehmungsverstaendnis von urbanen lebensraeumen.<br \/>\nes scheint sich beim laerm um ein problem zu handeln, das durch eine breit<br \/>\nangelegte diskussion und ein verstehenlernen all seiner inneren<br \/>\nwirkungszusammenhaenge einen gewichtigen anteil am diskurs<br \/>\ngesamtgesellschaftlicher gegenwartsfragen einnehmen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>mich interessiert dieses thema im sinne des unerwuenscht hoerbaren, das je nach<br \/>\nauditiver situation und fragestellung zur wirkung kommen kann.<br \/>\neinmal kurz uebers wochenende nach paris fliegen, schnell etwas im internet<br \/>\nbestellen \u2013 das sind zwei allgegenwaertige verhalten und handlungen, die unsere<br \/>\nklangumgebung massiv mitgestalten. wer denkt beim eigenen fliegen an den<br \/>\nfluglaerm, wer an den lkw in der landschaft der das bestellte buch nach hause<br \/>\nbringt.<\/p>\n<p>es erleichtert, sich dem thema stadtklang zu naehern, wenn wir den begriff klang<br \/>\nvon seiner traditionellen musikalischen und technischen definition befreien, und ihn<br \/>\nin diesem zusammenhang auf <strong>das wahrnehmbar hoerbare<\/strong> erweitern. denn eine<br \/>\ngenaue unterscheidung zwischen klang und geraeusch verkompliziert das thema nur<br \/>\nunnoetig, auch weil dessen unterscheidungsgrenzen sich je nach individueller<br \/>\nbetrachtungsweise verschieben. um stadtklang kommunizierbar zu machen hilft es,<br \/>\nsich immer wieder die grundsaetzlichkeit der wechselwirkung von klangereignis,<br \/>\nraum und architektur fuers auditive bewusst zu machen und diese im eigenen<br \/>\nbewusst hoerenden erleben zu erfahren: ein sich darin ueben erzeugt ein anderes<br \/>\nhoeren.<\/p>\n<p>hier schafft auch klangkunst einen m\u00f6glichen zugang.<br \/>\nsound art oder klanginstallationen zeichnen sich durch einen expliziten bezug zum<br \/>\nraum aus. ja, klanginstallationen beziehen sich meist auf eine bestimmte lokalitaet<br \/>\nbzw. gestalten sie mit. ein expliziter bezug zum raum kann nur durch ein<br \/>\nverstaendnis fuer die akustischen wirkungszusammenhaenge von raum und<br \/>\nklangereignis entstehen. die gestaltung und bezugnahme auf eine bestimmte<br \/>\nlokalitaet\/ort hat das erkennen ihrer auditiven qualitaeten zur basis. der<br \/>\nkuenstlerische umgang mit klaengen verlangt noch dazu ein neues hoeren bzw. uebt<br \/>\nein neues hoeren ein. hoeren wird zu einer bestimmten weise, an einem ort zu sein.<br \/>\nhoeren ist in der sound art nicht nur ein mittel, das kunstwerk wahrzunehmen,<br \/>\nsondern vielmehr geht es im kunstwerk meist zentral um das hoeren selbst.<\/p>\n<p>natuerlich hoert man immer schon, aber immer schon hoert man auch weg. vor<br \/>\nallem aber ist hoeren als kanal sprachlicher kommunikation und als<br \/>\norientierungsorgan immer schon instrumentalisiert (Gernot B\u00f6hme).<br \/>\nes geht also bei diesem anderen hoeren nicht um unser alltaegliches wissendes und<br \/>\norientierendes hoeren (\u201eja ich hoere einen zug\u201c). es geht um den klangverlauf, das<br \/>\nwahrnehmen vom anschwellen und abfallen des klangs, dem damit einhergehenden<br \/>\nbesetzen und im abklingen das wieder freigeben der klangumgebung. wie fuehle ich<br \/>\nmich dabei, was fuer eine atmosphaere hat dieser ort&#8230; wie ist seine stimmung.<br \/>\nbei fortschreitender uebung in diesem anderen hoeren und dem sich dabei<br \/>\nbildenden klanggedaechtniss fuer (stadt)klang entwickeln wir ein qualitatives<br \/>\nklangbewusstsein. auch zusammenhaenge und wechselwirkungen von kraeften der<br \/>\nnatur, z.b. tages- und jahreszeiten, auf die akustische wie auditive qualitaet eines<br \/>\nhoer-ortes werden uns bewusst. und das wichtigste, wir beginnen unser hoeren zu<br \/>\nverknuepfen mit unserer eigenen persoenlichen geschichte, der momentanen<br \/>\nstimmungslage. wir beginnen, unser hoeren als kulturell gestaltet zu verstehen und<br \/>\nzu empfinden. subjektive vorlieben spielen im verstehen und empfinden eines hoerorts<br \/>\ngenau so eine rolle wie zeitgeistige wertvorstellungen.<\/p>\n<p>als einstieg und hilfe fuer bewusste persoenliche hoererfahrungen zum thema<br \/>\nstadtklang versteht sich die hoer-orte-karte. die auditiven qualitaeten aller hier<br \/>\nvorgestellten hoer-orte in bonn haben meist prototypischen charakter, d.h. diese<br \/>\nkarte ist auch eine enladung, hoer-orte in anderen staedten zu entdecken. die in der<br \/>\nkarte gesammelten hoer-orte beschreiben meist klar erkennbare akustische effekte<br \/>\nund klangliche phaenomene, die vor ort selbst wahrgenommen und erlebt werden<br \/>\nkoennen.<\/p>\n<p>ein paar beispiele:<br \/>\n<strong>1. raumtakt:<\/strong> jede ampelschaltung taktet im anschwellen, fliessen und<br \/>\nwiederabschwellen des starken verkehrsklangs ihren urbanen ort.<br \/>\n<strong>2. klangmuster:<\/strong> ueberall, wo oeffentlicher raum architektonisch vertikal<br \/>\nstrukturiert ist, wo also z.b. verschiedene ebenen durch treppen<br \/>\nverbunden sind, ergeben sich klanglich-rhythmische muster in ihrer<br \/>\nnutzung. dies gilt auch fuer mit verschiedenen materialien und formen<br \/>\ngestaltete bodenbelaege auf offentlichen plaetzen.<br \/>\n<strong>3. symbolischer klangraum:<\/strong> der mittelalterliche innenhof mit kreuzgang im<br \/>\nbonner muenster ist ein ort der ruhe und kontemplation: faktisch wie<br \/>\nsymbolisch. die kl\u00e4nge der vom stein reflektierten schritte und des<br \/>\nkleinen wasserspiels in der mitte des innenhofes repraesentieren den<br \/>\ngrundklang des europaeischen mittelalters.<br \/>\n<strong>4. maskierung:<\/strong> der klang eines wasserspiels bietet zwei wichtige funktionen:<br \/>\nschutz und privatheit. sitzt man am beckenrand, fuehrt das (breitbandige)<br \/>\nstarke rauschen der wasserspender zu einer fast vollstaendigen<br \/>\nmaskierung der klangemissionen des vorbeifliessenden strassenverkehrs.<br \/>\nder gleiche rauschklang macht es aber auch moeglich, sich am<br \/>\nbeckenrand unter vielen mit jemanden privat zu unterhalten.<br \/>\n<strong>5. gangarten:<\/strong> in einer weitlaeufigen fussgaengerzone findet man immer wieder<br \/>\norte, an denen die schritte und gangarten der fussgaenger hoerend<br \/>\nerfahrbar werden. in der art, wie wir einen fuss vor den anderen setzen,<br \/>\nentsteht ein rhythmus und eine individualitaet, die sich fast<br \/>\nausschliesslich im verkehrsberuhigten oeffentlichen raum zeigen.<br \/>\n<strong>6. breite grenze:<\/strong> grosse staedtische verkehrsadern, mehrspurig, vermischt mit<br \/>\nschienenverkehr und sonstigen nahverkehrssystemen, funktionieren wie<br \/>\nbreite grenzen zwischen einem teil der stadt und dem anderen. nur bei<br \/>\ngeringem verkehrsaufkommen(z.b. nachts) sind sie hoerend<br \/>\nueberwindbar.<br \/>\n<strong>7. rhythmusbox.<\/strong> aus funktionalen gruenden sind bruecken technisch so gebaut,<br \/>\ndass sie flexible verbindungsstellen zwischen den fahrbahnteilen<br \/>\naufweisen. werden diese ueberfahren, entstehen rhythmische muster, die<br \/>\nsich im raum darunter wie ein eigenartiges trommelstueck anhoeren.<br \/>\n<strong>8. fernes rauschen.<\/strong> ein charakteristikum unserer grossen urbanen gruenanlagen<br \/>\nist, das sie aufgrund der sie querenden und umgebenden<br \/>\ninfrastruktursysteme meist auditiv mit einem fernen rauschen besetzt<br \/>\nsind.<br \/>\n<strong>9. klangeffekt:<\/strong> der grosse architektonische raum, der sich am linken rheinufer<br \/>\nunter der adenauerbruecke ausbreitet, ist ein wunderbarer und ergiebiger<br \/>\nort, um sich in eigenen experimenten , zb. durch klatschen, rufen oder<br \/>\nsingen mit der beziehung von klang und architektur zu beschaeftigen.<\/p>\n<p>die hier angfuehrten beispiele stellen mehr oder minder jeweils ein bestimmtes<br \/>\nakustisches phaenomen, eine bestimmte auditive qualitaet ins zentrum der<br \/>\nmoeglichen persoenlichen erfahrung vor ort.<\/p>\n<p>ein wichtiger abschnitt der hoer-orte-karte widmet sich dem erleben einer<br \/>\nraumsequenz, einem moeglichen weg in der stadt. die auditive qualitaet eines<br \/>\nurbanen quartiers hat viel mit dem wechselspiel von ineinander uebergehender<br \/>\nakustisch differenzierbarer raeume zu tun. hier ist neben den unterscheidbaren<br \/>\nklangqualitaeten und stimmungen, ihren uebergaengen und schwellen, auch die<br \/>\njeweilige tages- und jahreszeit, mit ihren unterschiedlich intensiven sozialen und<br \/>\noekonomischen interaktionen, der bestimmende atmosphaerische faktor.<\/p>\n<p>waehrend meiner zeit in bonn habe ich mir die stadt erlaufen. das interessante am<br \/>\nzu-fuss-kennenlernen einer stadt ist, dass man den grossen wahrnehmbaren<br \/>\nurbanen raum nie verlaesst und die langsamkeit der fortbewegung grosse<br \/>\naufmerksamkeit fuer sinnliche eindruecke ermoeglicht \u2013 ideale voraussetzungen, um<br \/>\neine stadt hoerend zu entdecken.<\/p>\n<p>basierend auf all meinen erfahrungen in workshops, diskussionen und diversen<br \/>\ndiskursen der letzten jahre, moechte ich die einladung aussprechen, <strong>sich hoerend<\/strong><br \/>\n<strong>mit staedtischer umwelt, unserem lebensraum auseinanderzusetzen<\/strong>. und eine praxis<br \/>\ndafuer zu entwickeln, um mit persoenlicher erfahrung am notwendigen breiten<br \/>\ngesellschaftsdiskurs zum thema stadtklang\/auditiver lebensraum teilzunehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>kuenstlerische forschung in der klangkunst &#8230; ein beitrag von SAM AUINGER zum 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